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Das Schweizer Bildungssystem weist erstaunliche Defizite und Mängel auf. Dies etwa bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Doch nicht nur die Schulen sind gefordert.

Die Schweiz ist stolz auf ihr gutes Bildungssystem. Und dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Dies zeigt der dritte Bildungsbericht der Schweiz. Bund und Kantone hatten bereits 2011 das bildungspolitische Ziel festgelegt, dass 95 Prozent der 25-Jährigen in der Schweiz über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen sollen. Im Durchschnitt liegt die Quote inzwischen bei 91 Prozent. Doch während Jugendliche mit Schweizer Nationalität zu 94 Prozent einen entsprechenden Abschluss erreichen, sind es bei Migrantinnen und Migranten, die in der Schweiz geboren sind, gerade mal 86 Prozent. Mit 73 Prozent noch deutlicher von der Zielgrösse entfernt sind Zugewanderte, die im Ausland geboren sind.Pino Mazzone, Schulleiter KG und Primarschule Zermatt, betont: „Kinder mit Migrationshintergrund stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen sie ihre eigene Sprache erlernen, dies ist nämlich Voraussetzung dafür, dass sie fähig sind eine erste Fremdsprache, in diesem Fall Deutsch, zu lernen.“ In der 1H und 2H sowie in den folgenden Klassen erhalten die Kinder im Unterricht Deutsch für Fremdsprachige. Schrittweise werden sie an die deutsche Sprache herangeführt. Sie wachsen also mehrsprachig auf. Schwieriger wird es gemäss Mazzone, wenn die Kinder später in die Primarschule eintreten. “ Im Rahmen der Bildungsstrategie haben wir in der Region das Projekt Wunderfitz und Redeblitz gestartet. Das Projekt bringt den Kindern die deutsche Sprache so weit näher, dass sie den Eintritt in den Kindergarten gut meistern. Die Kurse sind ausgebucht.“ Gemäss Mazzone sind die Kinder durchaus fähig, bis zum Ende ihrer Schulkarriere ihre sprachlichen Defizite aufzuholen. Ein bildungsnahes Umfeld und Fleiss seien Voraussetzung dazu.In den Gemeinden Zermatt, Täsch und Randa geht man das Thema ganzheitlich an. Dies mit einer gemeinsamen Bildungsstrategie, die neben verschiedenen Stossrichtungen auch Projekte zur Frühförderung, zu familienergänzenden Tagesstrukturen sowie den stärkeren Einbezug der Eltern beinhaltet. Des Weiteren wurde das Projekt Primokiz2 gestartet, mit dem Ziel eine vernetzte frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu fördern. Im Fokus stehen Kinder ab Geburt bis zum Schuleintritt und ihre Lern- und Erlebniswelten innerhalb und ausserhalb der Familie. Das Projekt erfolgt das Ziel, mit einer kommunalen Politik der frühen Kindheit jedem Kind eine positive Entwicklung und faire Chancen zu ermöglichen./ip