Streiflichter aus der Geschichte von Randa

«Renaissance» PILATUS SB-2 Pelican zurück in Randa

29.10.2019 | Gastbeiträge, Nostalgische Fundstücke, Soziale Medien

Mit viel Talent und Fleiss, holt Markus Frey das Schweizer Bergflugzeug PILATUS SB-2 zurück in unser Bewusstsein, indem er ein Modellflugzeug baut, wovon es nicht mal mehr ein Original gibt!

Der «Pelican» auf dem Golfplatz von Randa.

Technische Daten PILATUS SB-2 «Pelican»

  • Massstab: 1:2,8
  • Spannweite: 5,5 Meter
  • Gewicht: 73 kg
  • Motor: Valach VM R5-420 mit 25 PS

Nachdem sämtliche Abklärungen gemacht waren und der Termin gesetzt war, gings am 26. Oktober los Richtung Wallis. Unser Ziel, der Golfplatz von Randa.

Die Fahrt dauert seine Zeit, da wir mit Anhänger etwas gemächlicher fahren mussten. Bald aber konnten wir in Kandersteg verladen und per Bahn durch den Lötschberg gings in Wallis. Die Wetterprognose war vielversprechend, aber was uns im Wallis erwartete machte uns sprachlos. Besser geht nicht!

Eine goldene Berglandschaft empfing uns, als wir ins Zermattertal einbogen. In der «Schali» angekommen, besichtigten wir zuerst das Gelände. Welch ein traumhafter Ort, so stelle ich mir einen Modellflugplatz im Himmel vor. Während dem Aufbau des Pelican tauchten schon die ersten Golf-Spieler auf. Irgendwie verstanden sie noch nicht so recht, was wir da wollen. Der Golfclub, wie die Gemeinde Randa und die Air Zermatt waren aber über unser Vorhaben orientiert.

Die Grösse und die eigenartige Form der Grossmodells beeindruckte die Anwesenden. Markus Frey gab brav Auskunft, wie sein Projekt entstand und vor allem, warum wir gerade hier fliegen werden. Die faszinierende Geschichte fesselte die Anwesenden.
Jetzt aber gab es noch diverse Fotos zu machen, wo wir die alten Bilder mit dem Modellflugzeug nachstellen wollten. Die zauberhafte Landschaft verführte uns aber zu weiteren Fotos.

Der Original PILATUS Pelican SB-2 landete und startete im November 1947 erstmals hier im «Schali».

72 Jahre später lebt die Geschichte mit dem Modellflugzeug im Massstab 1:2,8 wieder auf.

Nachdem die Air Zermatt benachrichtigt ist, das Modell wird nicht über 300 m hochsteigen, wirft Markus den Motor an und rollt zum ausgewählten Startplatz.

Das Motorengeräusch im engen Tal erzeugt Gänsehaut bei uns Modellflug-Fans. Noch ein kurzer Motorentest, dann beschleunigt der Pelican. Majestätisch steigt das Modell über die Herbstbäume weg. Welch ein Anblick vor dieser Kulisse, so ähnlich muss es damals auch gewesen sein.

Meine Aufgabe heute, Fotos und Videoaufnahmen zu machen erlebe ich wie in einem Rausch, Motive da und dort. Da spiegelt sich das Flugzeug während dem Flug in einem kleinen Weiher, der Pelican taucht zwischen goldenen Herbstbäumen, um erneut vor den Bergflanken hochzusteigen. Nach einigen Überflügen setzt Markus zu Landung an. Eine Landung ist immer ein spannender Moment, vor allem aber in einem Gelände, welches man noch nicht gut kennt. Die Landung gelingt «Golfplatz»-gerecht, butterweich setzt das 73 kg schwere Modellflugzeug auf dem Golfrasen auf.

Die Golfspieler setzen ihr Spiel fort und wir knipsen noch einige Fotos, bevor wir das Bergflugzeug demontieren und im Anhänger verstauen. Unsere Zufriedenheit ist unbeschreiblich, besser hätte der Tag nicht sein können.

Markus Frey mit seinem «Kunstwerk»

 

Bericht: Markus Nussbaumer, Sattel
Fotos/Videos: Markus Nussbaumer, Sattel | Paul Summermatter, Randa

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Markus Nussbaumer, Sattel

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