Streiflichter aus der Geschichte von Randa

Wo der Wildibach rauscht

11.01.2018 | Gastbeiträge, Nostalgische Fundstücke

Wir wohnten in Randa in der Wildi, nicht weit weg vom Wildibach. Wir konnten ihn zwar nicht sehen, ein dichter Wald lag dazwischen, aber wir konnten ihn hören. Wenn man nachts im Bett lag und das Fenster stand offen, ver-nahm man sein beruhigendes Rauschen. Man wusste, heute Nacht kann man getrost schla-fen. Ganz anders, wenn der Bach nach einem heissen Sommertag mit einem abendlichen Gewitter oder nach einer langen Regenperio-de in Zorn geriet. Dann hörte man das Rollen der Steine und roch den Schlamm, der wie eine Lawine zu Tale stürzte. Jetzt wusste man: «ds Wildibächji schtiichut». Man horchte, ob das Toben lauter oder leiser wurde. Erinne-rungen an frühere Murgänge raubten einem den Schlaf. Wie war man da froh, wenn gegen Morgen das Grollen nachliess, und man wie-der einmal heil davongekommen war.

Quelle: Walliser Jahrbuch 2018, Rotten Verlags AG

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Autor

Peter Truffer

Peter Truffer

Truffer Peter wohnt seit vielen Jahren in Balzers im Fürstentum Liechtenstein. Er verbringt regelmässig Ferien im Moos in Randa. Als pensionierter Lehrer interessiert er sich für die Geschichte seines Heimatortes.

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